50 Jahre Bugenhagenkirche

veröffentlicht am 16. November 2008

Die Feierlichkeiten zum Fest „800 Jahre Nettelnburg“ liegen hinter uns und wir erinnern uns gern an die Veranstaltungen im Festzelt, an den Gottesdienst und natürlich an den Festumzug von der Kirche bis zum Sportplatz! Gibt es Nettelnburger, die nicht dabei waren?

Und nun unser Kirchenjubiläum – 50 Jahre Bugenhagenkirche. Keine so große Zeitspanne wie eben noch in den Blick genommen. Aber dennoch ein wichtiger Rückblick. – Erinnern wir uns:

Der Ritter Wernherus de Netelenburg hatte eine Urkunde mit unterschrieben, in der die Aufstauung der Bille und der Bau einer Mühle zur Regelung der Einkünfte der Geistlichen im Kirchspiel Bergedorf vertraglich geregelt worden war (heute: Alte Holstenstraße am Schlossteich). Nach dieser ersten urkundlichen Erwähnung Nettelnburgs 1208 lebten unter wechselnden Landesherren und Besitzern nur wenige Menschen in Nettelnburg, einem Landstreifen zwischen Bille und Dove-Elbe, der seit 1443, dem Bau des Schleusengrabens, noch eine dritte Wassergrenze bekam.
(weiteres nachzulesen in „Ritter, Bauern, Siedler“, dem Nettelnburg-Buch des Kultur- und Geschichtskontors)
Erst mit der Siedlung Nettelnburg (Gründung der Genossenschaft 1920) begann eine planmäßige Erschließung des Marschstreifens zwischen Kampbille und Allermöher Landscheide. Da dieser (nördliche) Teil der Billwerder Insel zur Kirchengemeinde Billwerder gehörte (der südlich der Landscheide gelegene Teil gehörte zu Allermöhe), wurde er auch Oberbillwerder genannt. 

 

Bugenhagensaal – die erste „Kirche“ auf der Nettelnburg

Als 1922 die ersten 10 Häuser gebaut wurden, plante man noch keine Kirche. Aber aus heutiger Sicht ging dann doch alles recht schnell. Bis 1925 standen schon 115 Häuser, 1928 wurde die Schule eingeweiht und 1929 kam der Kirchsaal am Oberen Landweg dazu. Er hatte vorher in der Barmbeker Bugenhagengemeinde als Kirchsaal gedient, behielt hier seinen Namen und wurde so auch später Namensgeber für die neue Nettelnburger Kirche. Bereits 1926 gab es einen Hausbibelkreis, am 1. Dezember 1927 nahm der Hilfsprediger Weseloh im Gemeindeteil „Nettelnburg / Oberer Landweg“ seine Arbeit auf und am 18. April 1938 wurde die Kirchengemeinde Nettelnburg selbstständig.

Der Bugenhagensaal war dann fast 30 Jahre Ort des Gemeindelebens; er wurde 1943 durch Bombentreffer stark beschädigt und anschließend wieder repariert.

In der Nachkriegszeit reiften schließlich Pläne für einen festen Kirchbau. Im März 1954 beschloss der Kirchenvorstand den Bau eines Gemeindezentrums mit Kirche und Gemeindehaus. Die Grundsteinlegung fand am 30. Juni 1957 statt. Bemerkenswert ist, dass zu dieser Festlichkeit trotz der innerdeutschen Grenze zum letzten Mal Dresdner aus der Laubegaster Partnergemeinde bei uns sein konnten. Leider war das bei der Einweihung der Kirche am 26. Oktober 1958 nicht mehr möglich. Die Trennung blieb dann bis zum „Mauerfall“ 1989 bestehen.

 

Richtfest 1958

 Das Küsterhaus wurde 1961 fertig, das neue Pastorat konnte 1964 bezogen werden. Damit war das „Nettelnburger Kirchenviertel“ komplett.Seitdem konnte sich im Gemeindehaus und in der Kirche ein vielfältiges Leben entfalten. 1972 wurde der Kindergarten eröffnet. Er hat nach wie vor seinen Ort im hinteren Teil des Gemeindesaales und muss für größere Gemeindeveranstaltungen immer wieder aus- und anschließend wieder eingeräumt werden. Aktuell gibt es Überlegungen, ob der Kindergarten nicht eigene, geeignetere Räume bekommen kann.
Der Umbau des Dachgeschosses vor zwei Jahren hat dazu beigetragen, dass für Kinder- und Jugendarbeit, Konfirmandenunterricht und Kirchenvorstand, Basarwerkkreis und Instrumentalgruppen und weitere Angebote bessere Möglichkeiten geschaffen werden konnten.
In den 50 Jahren seit dem Kirchneubau ist die ehrenamtliche Mitarbeit und sogar eigenverantwortliche Leitung bestimmter Bereiche immer wichtiger geworden. Durch dieses Mittragen und Mitgestalten durch Ehrenamtliche hat sich ein umfangreiches und vielfältiges Gemeindeleben entwickeln können. Im 2006 entwickelten Leitbild heißt es: „Die Bugenhagengemeinde ist das Haus, in dem sich Menschen begegnen und Gottes Liebe erfahren“.

 

Entkernte Dachetage zum Umbau 2006

Wir sprechen vom Haus und meinen damit zunächst die Kirche und das Gemeindehaus, wo Platz ist für ein lebendiges Gemeindeleben.
Gemeint ist damit aber auch die Gemeinde als Ganzes, in der sich jeder geborgen und angenommen fühlen kann, in der Raum ist für Begegnungen in jeder Phase unseres Lebens.
Martin Reesch


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