Angedacht

Liebe Nettelnburgerinnen und Nettelnburger, liebe Gemeindeglieder!

Ein Kindergeburtstag ist ein fröhliches Fest. Das Geburtstagskind steht im Mittelpunkt. Es erlebt seinen Tag als „Tankstelle der Liebe“. Auch die Eltern sind glücklich, wenn sich ihr Kind beschenkt fühlt. Geburtstag ist ein Fest des Gebens und Nehmens.
Die Geburt Jesu beschert uns das Weihnachtsfest. In Jesus, dem Christus, besuchte uns Gott in unserer unfriedlichen Welt. In seiner Welt reichte die Gastfreundschaft in Bethlehem nur für eine Krippe als Bettchen. Wir Christen sehen in diesem Abstieg in die Fremde ein Zeichen der Liebe Gottes. Diese Liebe trifft auf unsere Sehnsucht nach einer friedlichen Welt. Das ist in unserer Art Weihnachten zu feiern angekommen: Wärme und Geborgenheit, Liebe und Frieden wollen wir gerne „herbeizaubern“. Das spiegelt sich an unseren geschmückten Wohnzimmern wider.
Eines ist dieses Jahr anders. Viele Gäste und wahrscheinlich sogar Mitbürger in spe sind in unserem Land, z.T. in unmittelbarer Nachbarschaft. Sie kommen aus der Fremde – und sind hier Fremde. Die meisten haben Schweres erlebt: Krieg, wirtschaftlichen Ruin, Furchtbares auf der Flucht. Manche von uns haben Sorge, ob sie sich bald im eigenen Land fremd fühlen. Solche Sorgen können überwunden werden, wenn es gelingt, Brücken zueinander zu bauen. Die Frage ist, ob es uns gelingt, unseren langjährigen Frieden, sowie unsere Werte und unseren Glauben, zu teilen. Es also Gott gleichzutun, der seine himmlische Liebe teilte, indem Jesus kam. Und wer weiß denn, ob wir, wie beim Geburtstagsfest Jesu an Weihnachten, nicht selbst beschenkt werden. Das wird geschehen, wenn die Willkommenskultur so weit geht, dass sich die fremden Gäste ebenfalls öffnen können und mit dem bereichern, was ihr Leben wertvoll macht. So erleben wir es auch mit unseren Kindern: Wo am Anfang manchmal die Sorge steht, ob sie uns nicht in unserem Einsatz überfordern, fühlen wir uns doch durch sie beschenkt. Wie es eben an einem Geburtstag offenbar wird. Weihnachten ist das Geburtstagsfest Jesu. Lasst uns daran denken, wenn wir auf Gottes Wort hören und singen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
In diesem Sinne wünsche ich eine gesegnete Advents und Weihnachtszeit

Ihr/Euer Hartmut Sölter, Pastor


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