Angedacht „Fehlermeldung“

Liebe Nettelnburgerinnen und Nettelnburger, liebe Gemeindeglieder!

Immer samstags wurde in meinem Griechischkurs ein Test geschrieben. Montags bei der Rückgabe der Arbeiten kam meistens die Ernüchterung: die Anzahl der Fehler war zu hoch. Dazu lautete der kluge Kommentar des Lehrers: „Deine Fehler sind das beste Kapital.“ Mir wäre lieber gewesen, mein Kapital hätte mit weniger Fehlern in einer besseren Note bestanden. Natürlich hatte der Lehrer recht: aus Fehlern kann man lernen. Ja, wenn es denn so einfach wäre! Wir wiederholen unsere Fehler, weil wir das Fehlverhalten, aber nicht die Fehlerquelle erkennen und bekämpfen. Wer z. B. unpünktlich ist, kommt nicht einfach zu spät. Und wer wiederholt zu spät kommt, legt nicht nur ein Verhalten an den Tag, das den Verabredungen nicht entspricht. Er lässt eine Haltung erkennen, die anderes wichtiger nimmt, als mit den anderen gemeinsam zu beginnen.
Darum geht es in der Passionszeit. In Gottesdiensten und Andachten nehmen wir das Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu in den Blick. Es offenbart die Fehler der Menschheit – und die Erlösung. dabei geht es sicher um mehr als Unpünktlichkeit. Es geht um das Fehlverhalten, das sich in Selbstgerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Friedlosigkeit und Unversöhnlichkeit äußert. Dieses Fehlverhalten hat sich seit Menschengedenken nicht geändert. Denn wer nur sein Verhalten ändern will, aber bei der Haltung gegenüber Gott, dem Nächsten und sich selbst alles beim Alten belässt, missachtet die Fehlerquelle.
Fehlermeldung
Jesus ist gekommen, weil er sich der Fehlerquelle annimmt. Er überwindet das Böse mit Gutem. Jesus versöhnt mit Gott und vergibt Sünden. Dafür leidet er am Kreuz. Und Gott hat ihm Recht gegeben, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Das Leben siegt über den Tod. Wer Jesus Vertrauen schenkt und seinen Worten glaubt, gewinnt eine neue, versöhnliche Haltung. Das hilft, aus Fehlern zu lernen. Oder mit den Fehlern anderer liebevoll umgehen zu können. Wer in Jesus einen Halt gefunden hat, wird eine lebensfreundliche Haltung einnehmen. Wie wäre es, wenn wir Verhalten und Haltung mehr zueinander in Beziehung setzen – bei uns, aber auch zu anderen.
In der Passions- und Osterzeit gibt es Gelegenheit, dazu mit auf den Weg genommen zu werden.

Mit herzlichem Gruß, Ihr /Euer Hartmut Sölter


Menü

Aktuelles

Links