Ostern ist gute Nachricht pur
veröffentlicht am 29. März 2010
Bei Jesus geht es um Tod und Leben. Sein Lebensbericht endet – und trotzdem beginnt das Leben. Jesu Grab ist leer, der Tod hat nicht das letzte Wort. „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden“ jubelt die christliche Gemeinde seitdem zum Osterfest. Das ist gute Nachricht pur. Manchem geht das zu weit, denn sie können es nicht glauben. Auferstehung von den Toten – das hat es ja noch nie gegeben!
Das ist das außergewöhnliche der Osterbotschaft, dass sie nicht zu unseren Gewohnheiten und in unsere Denkmuster passt. Aber sie ist gleichzeitig gute Nachricht für die, die mit sich und ihrer Welt fertig sind, weil sie nur noch schlechte Nachrichten hören, weil sie alles nur noch eng sehen, weil ihnen ein weiter Horizont abhanden gekommen ist, weil sie mit allem überkreuz liegen. Die Auferstehung kann nur der glauben,der das Kreuz un
serer Welt kennt und erlebt. Genau so ist es den Jüngern ergangen. Ihr Glaube war tot, weil ihr Meister tot war – und dann haben sie doch den Auferstandenen erlebt und bezeugt. Wer viel „Kreuz“ erlebt hat, lässt sich nichts vormachen. Ihr Erleben war keine Illusion.
Was „zwingend“ am Auferstehungsglauben ist, kommt nicht aus uns heraus. Überzeugend sind veränderte Menschen und Verhältnisse: Wo aus Dunkelheit Licht wurde, wo sich Verzweiflung in Hoffnung kehrte. Die Bibel berichtet über die Freunde Jesu, deren Glaube seit Karfreitag gestorben war oder zumindest einen Riss bekommen hatte: Die Jünger finden zueinander, obwohl einige die Sache Jesu verraten hatten; sie kommen aus dem Rückzug heraus, obwohl sie viel Enttäuschung erlebt hatten. Sie erzählen so vom auferstandenen Jesus, dass andere beginnen zu glauben. Es geschieht Umkehr zum Lebendigen und zum Lebendigsein. Hoffnung über den Tod hinaus wird geboren. Diese und andere gute Botschaften durchziehen das ganze Neue Testament. Deswegen wurden die Lebensberichte über Jesus unter die Überschrift „Evangelium = Gute Nachricht“ gestellt. Machen wir uns auf die Spur dieser Osterbotschaft – und bitten Gott, dass er uns den Glauben an die Kraft der Auferstehung schenkt und erleben lässt.
H.G. Beutler beschreibt die Osterfreude in einem Gedicht:
Am Morgen
mach dich früh auf.
Wenn du dich beeilst,
siehst du tanzen
über Bäumen und Häusern
die Sonne.
Ganz heimlich
springt sie vor Freude
über die Auferstehung des Herrn
ohne zu zerspringen.
Am Morgen
mach dich früh auf
und du kannst
mit den Vögeln singen:
Christ ist erstanden.
Solch einen österlichen Sonnenaufgang wünsche ich Ihnen/Euch. Wer das feiern möchte, lasse sich zu den Ostergottesdiensten einladen.
Speziell am Ostersonntag – wie gewohnt um 7 Uhr zur aufgehenden Sonne.
Mit herzlichem Gruß
Ihr/Euer Hartmut Sölter, Pastor