50 Jahre Bugenhagenkirche Nettelnburg

veröffentlicht am 16. November 2008

Eine Überraschung erlebt, wer die Bugenhagenkirche betritt: Ganz von alleine zieht das farbenfrohe Altarbild den Blick auf sich. Es ist kaum möglich, sich in die Kirchenbank zu setzen und nicht aufzublicken. Bilder sagen oft mehr als Worte. Hier lautet die Botschaft: „Komm so wie Du bist. Sei willkommen mit Deiner Anspannung oder Leere, egal ob Du dankbar bist oder voller Sorge, vertrauensvoll oder zweifelnd. Aber lass Dich in die Begegnung führen. Schau auch von innen nach außen, lass Dich zum Aufblick verführen.“ Eben so, wie es im Leitsatz für die Gemeindearbeit heißt: „Die Bugenhagengemeinde Nettelnburg ist dasHaus in dem Menschen sich begegnen und Gottes Liebe erfahren.“
Wir haben Gemeinschaft und Liebe in Gottes Haus erfahren. Gottes Wirken war spürbar in Gottesdiensten, Festen, Konzerten. Der Segen wurde gesprochen bei Ein- und Aussegnungen, Kinderbibelwochen, Jugendgottesdiensten.
Vielen fällt das Stichwort Lebendigkeit ein, wenn man sie auf die Bugenhagengemeinde anspricht. Als Gemeinde, die im Gottes-dienst vor die-sem Bild sitzt, bekennen wir: Jesus Christus ist die Quelle unserer Lebendigkeit. Wir erfahren, was er uns zuspricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Jahreslosung 2008, Johannes 14,16). Für mich ist das eine passende Überschrift für das Altarfenster.
So einladend und farbenfroh der Gesamteindruck des Bildes ist, so anstößig ist der untere, dunkle Teil. Menschen stürzen ins Bodenlose. Man könnte meinen, dass vor der Hölle gewarnt werden sollte. Aber davon lässt sich heute niemand mehr bange machen. Wem aber einmal durch Verlust eines lieben Menschen, böse Nachrede oder anderes buchstäblich der Boden unter den Füßen weggerissen wurde, der weiß, wie sich Verlorenheit anfühlt. Jesus ist diese Hölle, die man mitten im Leben erfahren kann, nichts Fremdes. Das Kreuz, das im Altarbild nirgends zu finden ist, ist hier im Ganzen des Bildes dargestellt. Christus verdammt nicht, er rettet. So wie wir es bei der Taufe hören: „Im Wasser der Taufe soll alles ertrinken, was den Menschen von Gott trennt. Aber aus dem Wasser der Taufe soll der neue Mensch auferstehen, der mit Jesus als Retter und Herrn zum ewigen Leben verbunden ist.“

Bugenhagenkirche – geweiht am 27.10.1958

Wie so oft im Leben ist es entscheidend, von welchem Blickwinkel wir uns ein Bild machen. Das Altarfenster führt zum Leben, das Jesus Christus durch Tod und Auferstehung für uns gewonnen hat. Jede Woche neu sind wir aufgerufen, den Aufblick zu ihm wagen.
Ich wünsche Ihnen/Euch farbenfrohe Überraschungen. Manche davon gibt es bestimmt im Jubiläumsmonat.

Hartmut Sölter, Pastor


Menü

Aktuelles

Links